Wie man Sternenspuren fotografiert – eine Einführung

Nachdem das ganze Getue um den „Superblutmond“ rum ist kann ich das nächste Projekt in Angriff nehmen. Während des letzten Urlaubs in Polen wollte ich eigentlich die Perseiden fotografieren aber da meine Ausrüstung nicht gut genug war (soll heißen: kein schnelles Weitwinkelobjektiv). Die andere verfügbare Option waren Sternenspuren.

Nachdem ich mich ein bisschen ins Thema eingelesen habe, dachte ich ich hätte alles. Aber schaun wir uns mal das Ergebnis an:

starsfails

Während “die Kamera nach oben richten und mehrere Aufnahmen machen” recht einfach erscheint ist die Realität wie immer etwas anders.

Ich habe ein paar Fehler gemacht die du einfach vermeiden kannst wenn man darauf achtet. Was schief gelaufen ist:

  • Es ist komplett unscharf. Nicht dass es nur ein paar unscharfe Bereiche wären, das ganze Bild ist verschwommen. Um Objektivbeschlag vorzubeugen habe ich ein Handtuch ums Objektiv gewickelt, das hat womöglich den Focusring ein bisschen gedreht.
  • Lichtverschmutzung ist sichtbar. Das hätte man einfach vermeiden können wenn ich einen anderen Platz gewählt hätte, aber das war keine Option. Es ist nicht das schlimmste was passieren kann und wenn es nicht zu stark zu sehen ist kann es auch akzeptabel sein.
  • Unterbrochene Spuren. Das ist besonders auf der rechten Seite zu sehen. Diese stammen von fehlenden Bildern die ich entfernen musste da ich in meiner unendlichen Weisheit das Objektiv mit eingeschalteter Kopflampe vom Beschlag gereinigt habe.

Nachdem das geklärt wäre schaun wir uns mal an wie du brauchbare Ergebnisse bekommst.

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super blutmond 2015

Für diejenigen die mir nicht auf Twitter, deviantArt oder Flickr folgen, hier das Ergebnis einer kalten Nacht im Garten:

Superbloodmoon2015

iPhotography: Workshop mit Brendan Ó Sé (Update: Ofers Meinung)

Wenn man an Fotografie denkt dann hat man normalerweiße an gut ausgestattete Studios oder an eqipment-beladene Fotografen die mit oder ohne Model durch die Landschaft rennen. Ich zähle mich selbst zu der zweiten Kategorie. Der Rucksack ist normalerweise mit Filtern, Adaptern, Objektiven, Blitz und Fernbedinung vollgepackt. Und natürlich der Tripod. Ab und dann auch noch ein Stativ mit Diffusor. Nur so für den Fall, man weiß ja nie.

Wenn ich mir einmal anschau was ich dann auch wirklich nutze dann lässt sich diese Liste drastisch reduzieren. Selbst wenn ich ohne Stativ und Blitzausrüstung unterwegs bin kann ich normalerweise mindestens zwei weitere Dinge daheim lassen.

Der Drang immer alles dabei zu haben kommt daher dass ich (und sicherlich viele andere Fotografen) sich mindestens einmal schwarz geärgert haben weil genau das zu Hause gelassen wurde was man dann doch braucht. Also besser alles eingepackt.

Über Twitter habe ich dann per Zufall von einem iPhotography-Workshop erfahren, bei dem das Fotografieren mit dem Handy im Vordergrund steht. Der Redner war Brendan Ó Sé (sein Blogpost zum Workshop), der es mit seinem Foto in die Apple World Gallery geschafft hat. Bis jetzt war ich immer skeptisch was das fotografieren mit dem Handy angeht. Aber da ich immer bereit bin etwas neues auszuprobieren habe ich mich zusammen mit Ofer angemeldet. Es ging hauptsächlich um die Verwendung von Apps und generelle Tips spezifisch auf das iPhone bezogen.

Die Möglichkeiten die Apps wie Pixlr oder Snapseed bieten sind sehr vielfältig und unterscheiden sich kaum von den Änderungen die ich beim Nachbearbeiten am Computer verwende. Man hat den kompletten Workflow auf den iPhone und braucht die Bilder nicht zusätzlich zu importieren. Wenn man unterwegs ist und keinen Laptop zur Verfügung hat ganz klar ein Plus. Ein Problem beim Fotografieren mit Handys generell ist das Zoomen. Um brauchbare Bilder zu bekommen ist es ratsam auf den digitalen Zoom zu verzichten. Das ist für mich im Moment auch der größte Nachteil. Mit der sich ständig verbessernden Qualität der Kamaras in den Handys lassen sich sehr gute Ergebnisse erziehlen, wenn es nicht gerade zu dunkel ist. Ein Blitz der nur ein-zwei Meter reicht und generell schlechte Performance in dunklen Umgebungen sind ein Problem das man mit den meisten “richtigen” Kameras nicht hat. Das Rauschen nimmt einfach überhand.

Hier mal ein paar meiner Bilder vom Workshop:

Mein Fazit: Ich werde definitiv mehr mit dem iPhone arbeiten und experimentieren. Wenn ich unterwegs war und eine gute Möglichkeit für ein Foto gesehen habe dachte ich mir immer: Hätte ich doch meine Kamera dabei. Ich habe nicht einmal ans Handy gedacht. Das wird sich ändern, ab sofort werde ich mein iPhone öfters zum Fotografieren verwenden.

Was Ofer zum Workshop sagt:

Die Reaktion von vieler Leute auf einen Workshop über das Fotografieren mit dem Handy kann generell in zwei Lager unterteilt werden: das erste, und warscheinlich überwiegende, ist das derer für die eine Handy zwar technisch eine Kamera ist aber nicht für ernstzunehmende Fotografie. Das zweite ist das der Neugierigen, diejenigen die interessiert sind und lernen wollen wie man mehr aus dem iPhone herausbekommt. Martin und ich fallen in die zweite Kategorie und haben uns für den Workshop von ortsansässigen Brendan Ó Sé zum Thema iPhone Fotografie am UCC angemeldet.

Für die die Nützlichkeit eines Workshops speziell für iPhone-Fotografie anzweifeln ist fotografieren wohl eher ein ernstes Hobby das professionelles Equipment und genaue Planung erfordert. Aber iPhone-Fotografie und Streetfotografie im Speziellen, der Stil in dem Brendan fotografiert, ist der Gegensatz zur “ernsten” Fotografie.

Hier erkennt man die wahre Bedeutung des alten Sprichwortes “Die beste Kamera ist die, die man dabei hat”. Wenn man sich online umsieht findet man massig Fotos und Videos von Leuten die zur richtigen Zeit am richtigen Ort waren. Du kannst schließlich kein Foto von dem atemberaubenden Gericht machen wenn die DSLR daheim liegt. Und wenn du mit deiner besseren Hälfte unterwegs bist dann hoffe ich auch dass die Kamera daheim ist! Aber das iPhone ist mehr als nur eine Kamera die man dabei hat (und eine gute noch dazu!). Es kann der komplette Arbeitsablauf sein – die Kamera, Dunkelkammer, Bearbeitungstool und Platform zum Teilen der Bilder. Der Workshop von Brendan richtet den Fokus auf die ersten beiden Elemente dieses Arbeitsablaufes.

Zuerst had Brendan eine kleine Auswahl seiner Bilder gezeigt für die er bekannt geworden ist. Nach einer Übersicht und Demonstration der Bearbeitungsmöglichkeiten einiger bekannter Fotografie-Apps, Snapseed insbesondere, ging es raus zu einem Spaziergang über den malerischen UCC-Campus um selber zu fotografieren. Zu guter Letzt haben wir uns noch einmal im Klassenraum getroffen, unsere Fotos bearbeitet und Tips von Brendan erhalten.

Alles in allem fand ich den Workshop sehr angenehm, lehrreich und inspirierend. Ich denke zu viele von uns haben diese Voreinstellung das seriöse Fotografie nur mit beträchtlichem Equipemt betrieben werden kann. Dann wiederum versuchen die meisten von uns nicht die Welt mit DSLRs abzulichten sondern wollen lediglich mit Freunden und Familie das teilen was wir sehen, machen und erleben in unserem täglichen Leben. Brendans Workshop hat gezeigt das großartige Ergebnise erzielt werden können mit den wenigen Hilfsmitteln die die meisten haben: Eine gute Handykamera, gute, billige Apps und ein bisschen Zeit um herumzuexperimentieren und zu lernen. Nicht schüchtern sein, einfach mal rausgehen, ein paar Bilder machen, nachbearbeiten und mit der Welt teilen. Zu guter letzt ist das was jeder andere auch macht!

Hier sind ein paar meiner Bilder:

Ausprobiert: Helios 44-2 58mm F/2

Ein Kollege von mir hat sich letzthin ein KMZ Helios 44-2 58mm F/2 Objektiv gekauft. Hier kann man ein bisschen was über das Objektiv lesen. Es ist vollkommen manuell, d.h. man muss die Blende einstellen und selber fokussieren.

Es ist recht interessant in der digitalen Welt wenn es viel Technologie im Objetiv gibt die dabei hilft ein gutes Bild zu bekommen. Es fühlt sich auch gut an ein Objektiv in der Hand zu halten welches vollkommen aus Metall gefertigt ist.

Die einzige Hilfe die man hat ist die Fokusierungsbestätigung die im Adapter für die Kamera eingebaut ist. Man muss immernoch selbst fokussieren aber der Fokuspunkt leuchtet auf wenn etwas im Fokus ist.

Hier ein paar Beispielbilder ausgewählt aus den ca. 350 die ich gemacht habe. Das Bokeh ist recht interessant was man in einigen Bildern sieht:

Ich werde mich sicherlich nach weiteren manuellen Objektiven umschaun und wohl auch ein paar kaufen.

Strassenfotografie in Cork

Vor ein paar Tagen hat ein Freund vom Blarney Photography Club eine Einladung zu einem Treffen von Strassenfotografen in Cork herumgeschickt. Ich habe mich nie richtig dafür interessiert, irgendwie lag dieser Bereich der Fotografie ausserhalb meiner Komfortzone.

Ausrüstungsmäßig habe ich meine digitale Kamera mit dem 50mm und dem Weitwinkelobjektiv mitgenommen. Um ein bisschen zu experimentieren habe ich auch noch die analoge Kamera eingepackt (150-600mm :D).

Nach einer kurzen Kennenlernrunde haben wir uns in Gruppen aufgeteilt und sind los. Es ging ca. 2 Stunden durch Cork, hier sind meine Favoriten:

Ich werde die Tage noch den Film zum Entwickeln bringen ohne zu wissen ob die Bilder etwas geworden sind aber das sind die Freuden der Analogfotografie.